Heute möchte ich euch erzählen wie wir diese Frage für uns beantworten konnten.

Hunde bewerten nicht, sie verurteilen nicht und sie werfen uns nichts vor. Sie sind in der Regel nicht nachtragend und sie stehen immer zu uns egal was wir angestellt oder falsch gemacht haben. Sie kennen keine Bedingungen und deshalb lieben sie uns auch genau so – bedingungslos.

All diese Qualitäten treffen auch auf Kinder zu, doch Kinder lernen, dass ihr Leben in der Gesellschaft und in ihrer Familie nach gewissen Gesetzmäßigkeiten abläuft: sie lernen ihr Verhalten von Lob und Tadel bestimmen zu lassen, und sie lernen, dass sie etwas leisten müssen wenn sie etwas haben wollen, sie lernen das es Prinzipien gibt an die sie sich zu halten haben egal ob diese für sie Sinn ergeben oder nicht, und sie lernen das fast alles in ihrem Leben an gewisse Bedingungen geknüpft ist, z.B. dass sie nur dann Aufmerksamkeit und Liebe bekommen, wenn sie lieb sind, ruhig sind, gehorsam sind, beherrscht sind, leise sind, fröhlich sind, brav sind usw.

Sie passen sich also an, und werden ebenfalls zu Erwachsenen die ihre Liebe an Bedingungen knüpfen und etwas haben wollen, wenn sie etwas geben. Sie werden zu Erwachsenen die darauf bestehen das Regeln eingehalten werden ganz gleich ob diese Sinn ergeben oder nicht, und sie werden zu Menschen die loben und tadeln, um wiederrum andere Wesen nach ihren Vorstellungen zu formen.

Dieser Teufelskreis macht vor allem eines und zwar unglücklich, wir kennen uns selbst nicht mehr und sind nur noch das was die Erziehung und die Gesellschaft aus uns gemacht haben, bzw. das was wir glauben sein zu müssen um anderen zu gefallen.

Dann beschließen wir die Leere in uns mit einem Hund zu füllen, und wenn wir Glück haben, begegnet uns ein Wesen das diesen Teufelskreis durchbricht, indem es sich einfach weigert zu funktionieren. Suki hat uns mit ihrer Echtheit, Sturheit und Ehrlichkeit auf einen Weg geführt der uns wieder zu den Menschen machte die wir in der tiefe sind und immer waren. Es ist ein Weg voller Abenteuer, voller Beweglichkeit und Kompromisse, ein Weg der keine Prinzipien kennt, ein Weg voller Wertschätzung und Vertrauen, voller Verständnis, Akzeptanz und Mitgefühl. Ein Weg den auch Suki bereit war mit uns gemeinsam zu gehen.

Hunde sind die loyalsten, liebevollsten, und ehrlichsten Weggefährten die man sich nur vorstellen kann. Hunde bewerten nichts, sie sind einfach, genau deshalb können wir bei ihren wirklich wir sein, ohne in eine neue Rolle schlüpfen zu müssen. Und dass (glauben zumindest wir) ist der Grund warum Menschen mit Hunden leben.

Was uns nun aber oft im Weg steht ist unsere Angepasstheit gerade im Zusammenleben mit einem authentischen natürlichen Wesen wie es viele Hunde noch haben.

Hunde kennen keine Prinzipien, es kümmert sie nicht, wenn der Nachbar über sie redet, sie empfinden keine Scham und sie sind völlig ehrlich. Hunde haben ihren eigenen Kopf, ihr eigenes Wesen, und ein Recht darauf ihr Wesen zu behalten.

Wir Menschen können im Zusammenleben mit unseren Hunden darauf bestehen, dass sie sich ebenso wie wir einst, verbiegen müssen um mit uns zu leben, oder aber wir nehmen das Geschenk an und lassen uns auf das große Abenteuer eines gemeinsamen Mittelweges ein.

Wir können darauf bestehen, dass unser Hund seine Natur aufgibt um alle Kriterien der Gesellschaft zu erfüllen oder aber wir selbst kehren zu unserer eigenen Natur und zu unseren eigenen Stärken und Qualitäten zurück.