Wie wir Menschen kommen auch Hunde mit gewissen Kompetenzen und Ressourcen auf diese Welt. Es gibt geborene „Chefs“ die Situationen beurteilen und Entscheidungen treffen und Mitarbeitertypen die einen Auftrag ausführen. Bei diesen gibt es wiederrum Abteilungsleiter die halbautonom agieren, von einem Entscheidungsträger mit einer Aufgabe beauftragt werden und diese dann selbstständig ausführen und es gibt nichtautonome die einen ganz klaren Rahmen benötigen. All diese Kompetenzen gibt es intro- und extrovertiert. Dann gibt es noch die Verbinder die das Rudel zusammenhalten, sie sind die Schlussentscheider deren Motiv es ist Entscheidungen zu treffen, die sich für die ganze Gruppe gut anfühlen. Sie wirken mal intro- mal extrovertiert, so wie es ihr Gegenüber benötigt. Wenn ich von Grenzen setzen spreche geht es mir nicht darum ein Kommando wie „Aus, bei Fuß, oder Sitz“ anzuwenden oder ein Verhalten des Hundes abzubrechen. Es geht vielmehr um eine Beziehungsverhandlung wie sie im natürlichen Hunderudel stattfindet. Hunde untereinander verhandeln ihre Beziehung mit Ressourcen, (Stöcke, Futter, Schlafplätze usw…) diese werden in der hündischen Welt von den Entscheidungsträgern des Rudels verwaltet (beansprucht und auch wieder freigegeben). Dies tun sie allerdings nicht, weil sie die Alpha Tiere sind, sondern um anzufühlen mit welchen Individuen sie da zusammenleben und was das gegenüber so draufhat. So ist es z.B. für einen Entscheidungsträger wichtig zu wissen wer von seinen Mitarbeitern schnell rennen kann, wer gewitzt ist und wer schon älter ist und nicht mehr so schnell Aufträge, wie z.B. ein neues Gelände auszukundschaften, erfüllen kann. Auch ist es für einen Mitarbeiter wichtig zu wissen, wer im Rudel Entscheidungen trifft und was die „Chef´s“ so draufhaben. Das Leben des Rudels hängt von den Entscheidungen der Entscheidungsträger ab, darum sollten sie in allen Situationen ruhig und souverän bleiben, um überhaupt gute Entscheidungen für die Gruppe treffen zu können. All das erfahren die Hunde voneinander nur wenn sie einen Dialog beginnen. Wir Menschen haben die Angewohnheit unsere Hunde abzustellen, mit Abbruch Signalen wie „Aus“. Eine tiefe Bindung und echter Kontakt wie in einem Hunderudel ist uns Menschen mit unseren Hunden jederzeit genauso möglich, wenn wir anfangen ihre Sprache zu lernen, zu verstehen und mit ihnen zu kommunizieren wie Hunde es untereinander tun. Wenn der Mensch die Rolle des Entscheidungsträgers einnimmt, Ressourcen ruhig und souverän verwaltet und Entscheidungen trifft die sich auch für den Hund gut anfühlen wird ein tiefer Kontakt, ein verbunden sein, entstehen. Die meisten von uns wissen gar nicht mehr wie sich richtiger Kontakt anfühlt, ich habe das auch erst mit Suki wiederfinden dürfen.
Kontakt baucht keine Kontrolle.