Während wir Menschen zunehmend daran leiden, dass sich die Welt immer schneller zu drehen scheint macht diese Entwicklung auch vor unseren Hunden keinen Halt, nicht zuletzt deshalb, weil sie so nah mit uns zusammenleben das sie nicht selten den Stress ihrer Menschen übernehmen oder mitzutragen versuchen.

Doch es gibt auch ganz pragmatische Gründe warum ein Hund gestresst ist, selbst wenn sein Mensch es schafft in der konfusen Welt in der wir leben entspannt zu bleiben. Viele Hunde haben heute einen ebenso vollen Terminkalender wie ihre Menschen, von einer Aktivität zur nächsten und viel zu kurze Ruhephasen sind oft Grund für andauernden Stress, der der Psyche und der Gesundheit genauso wie bei uns Menschen extrem schadet.

Im Stressmodus werden Hormone ausgeschüttet, der Gesamte Organismus fährt auf um zu flüchten oder sich zu verteidigen und das rationale Denken wird blockiert, zusätzlich wird die Energie aus allen lebenswichtigen Organen gezogen um alle Ressourcen für das Überleben bereitzustellen.
Ein überaus wichtiger Überlebensmechanismus der sich bei Hunden und Menschen seit der Altsteinzeit nicht verändert hat, was sich allerdings verändert hat sind die Auslöser für Stress. Wir sitzen z.B. in einer unangenehmen Besprechung mit unserem Chef, wir befinden uns nicht in Lebensgefahr und doch beginnen die gleichen Mechanismen in unserem Organismus zu wirken als würden wir von einem Säbelzahntiger bedroht.

Unseren Hunden geht es exakt genauso, wenn sie in Situationen stecken die sie stressen und überfordern. Stress entsteht immer dann, wenn ein Hund nicht in der Lage ist die Anpassung die gerade gefordert wird zu leisten, er ist überfordert und damit kommt der Stress.
Als Hundehalter ist es nicht möglich unsere Hunde vor allem Stress der Welt zu bewahren, vielmehr sollten wir ihnen eine Stütze sein, sie entsprechend ihres Wesens führen und ihnen Sicherheit vermitteln können, gerade in Situationen die sie überfordern.

Mein Lenny ist ein extremes Beispiel was Stress betrifft, seine Genetik und seine überaus stressige Vergangenheit, gerade in der Prägephase machen ihn zu einem unglaublich anfälligen Hund. Während Suki wie immer tiefenentspannt über Holzbrücken marschiert ist, ist er schon damit völlig überfordert.
Gerade mit so einem Hund ist es umso wichtiger ihn zu stützen, für ihn da zu sein, Verständnis für ihn zu haben ohne ihn zu betüddeln.

Wenn man diese einfachen Regeln verinnerlicht kann der Hund immer öfter Verknüpfungen im Gehirn die mit Stress einhegen kappen und „neue Leitungen einbauen“ um bei der nächsten Situation entspannter zu bleiben. Auch das geht nicht von heute auf morgen aber es geht voran, wenn ich an Lennys erste Monate bei uns denke und ihn heute sehe ist er schon ein ganz anderer Hund geworden, für seine Verhältnisse ist er bereits tiefenentspannt auch wenn ich überzeugt bin, dass er noch weitere Fortschritte machen wird.

Wenn auch du einen gestressten oder überforderten Hund hast und Unterstützung möchtest kannst du dich gerne an mich wenden.