Die meisten Menschen die Lenny „kennen“ würden ihn wohl so beschreiben: „zurückhaltend, desinteressiert, misstrauisch gegenüber Menschen“. Was sich in seinem früheren Leben in Aggression gegenüber jeglichen Fremden und schließlich auch den Menschen die er schon kannte zeigte ist heute Skepsis und Gleichgültigkeit. Die meisten Menschen ignoriert er oder er beäugt sie misstrauisch, nur wenn sie mit ihm in Kontakt kommen wollen, ihn z.B. direkt anreden oder intensiv ansehen, tut er sich noch schwer.

In der Hundefreilauffläche in Linz bekommt man den Eindruck er ist mittlerweile ein Meister darin geworden Menschen wie Luft zu behandeln. Verantwortlich für dieses Verhalten ist zum einen seine teils schlechten Erfahrungen mit Menschen und zum anderen seine Rasse, als Tornjak Mix (eine Herdenschutzhundrasse) ist er von Grund auf Misstrauisch gegenüber Menschen denen er nicht Vertraut, und er braucht sehr lange um Vertrauen zu fassen.

Heute möchte ich euch jene Menschen vorstellen die es schafften Lennys Vertrauen zu gewinnen – Anna und Ben. Die beiden sind Stammgassigeher im Tierheim Steyr und waren früher wie heute Suki´s Lieblinge, mit der Adoption von ihr bekamen wir Anna und Ben quasi mit, eine Freundschaft entwickelte sich. Für Lenny war es sehr vorteilhaft, dass die Beiden Erfahrung mit schwierigen Hunden haben und genau wissen wie man sich gegenüber einem distanzierten, misstrauischen Hund verhält.
Sie ließen ihn anfangs links liegen, sprachen und sahen ihn nicht direkt an, ließen ihm Zeit bis er bereit war mit ihnen in Kontakt zu gehen, sie merkten wenn er überfordert war und gaben ihm wieder Raum, doch es dauerte….

Viele Besuche und viele gemeinsame Ausflüge später hatten sie das Eis gebrochen.

Wichtig war hierbei auch die Regelmäßigkeit, die Abstände durften nicht zu groß sein damit Lenny an das letzte Treffen anknüpfen konnte. Mit Menschen die er unregelmäßig sieht fängt er jedes Mal von vorne an. Und natürlich spielt auch die Sympathie bei Lenny eine erhebliche Rolle, er wiegt sehr genau ab mit wem er überhaupt in Kontakt treten möchte und bis er jemanden wirklich kennt und vertraut ist es ein langer Weg.

Bei den Beiden passte die Sympathie und alles andere auch. Wenn sie zu Besuch kommen sind beide Hunde völlig aus dem Häuschen und Lenny, der sonst so coole Kerl mutiert zum Schmusebären.