Im Oktober war ich auf der Campingmesse in Wels, ich konnte dort viele Hunde beobachten die in der hektischen Messe Atmosphäre, alles andere als entspannt waren. Ich sah Hunde die Angst hatten, Hunde die gestresst waren, Hunde die flüchten wollten und Hunde die in dieser Situation nur noch funktionierten – körperlich anwesend waren doch schienen sie geistig tief in sich zurückgezogen. Da ich früher auch dachte das Suki überall hin mitmüsse möchte ich dich mit diesem Beitrag dazu ermutigen den Satz: „Mein Hund muss überall mit dabei sein“ zu hinterfragen. Woher kommt denn dieser Wunsch überhaupt? Bei mir war es die Idee das es Suki besser geht, wenn sie immer bei mir ist, vor allem, weil sie anfangs gar nicht alleine bleiben wollte. Wenn ich sie dann aber mitgenommen habe z.B. in die Stadt, in ein Gasthaus, in die Buchhandlung oder in ein Café wurde mir schnell klar, dass sie daran noch weniger Freude hatte als alleine Zuhause. Ich entschloss mich also dazu, lieber an dem Thema „alleine bleiben“ zu arbeiten und ihr die, für sie fremde, ungewohnte und künstliche Umgebung zu ersparen. Jetzt haben die Christkindlmärkte begonnen, auf die viele Hunde mitgenommen werden, einigen wenigen gefällt das wirklich, weil sie souverän genug sind die zahlreichen Eindrücke einzuschätzen und zu verarbeiten, die meisten allerdings haben in solchen Situationen nur Stress und Angst. Ich wurde mit zwei sehr natürlichen Hunden beschenkt die sich jeglicher Anpassung und Dressur verwehrten. Sie fühlen sich weder im Gasthaus noch in der Stadt wohl, daher gibt es für mich mittlerweile nur noch eine Sache die sie mitmachen müssen – die Fährfahrt in den Urlaub. Wenn wir mit einem Hundewesen leben, sollten wir trotz aller Gleichwertigkeit und Vollwertigkeit nicht vergessen das Hunde immer noch Hunde und keine Menschen sind. Hunde sind noch viel natürlicher wie wir, sie passen sich im Normalfall nicht so weitreichend an wie wir, sie fühlen sich in Großstätten, auf Asphalt und in Menschenansammlungen meist nicht wohl. Als ihre Menschen ist es unsere Aufgabe ihre Bedürfnisse wahrzunehmen, und auf diese Rücksicht zu nehmen, auch wenn wir unseren Hund gerne immerzu bei uns haben wollen. Oft bekommen wir in solchen Situationen wie einer Messe fast nicht mehr mit das wir einen Hund bei uns haben, nur das ruckeln an der Leine erinnert uns daran, das ist weder für den Hund noch für den Halter ein schönes Erlebnis. Es ist unsere Aufgabe sie zu Schützen und gute Entscheidungen zu treffen die sich auch für unseren Hund gut anfühlen, das sollte für uns Hundehalter Priorität haben. Und wie immer – es gibt keine Prinzipien, fühle hin was für deinen Hund passt, fühle hin wo und wobei er sich wohlfühlt. Dann triffst du garantiert die richtige Entscheidung…