Oft bin ich der 3., 4. oder in Lenny´s Fall der 11. Hundetrainer bei meinen Kunden. Was manch einer meiner Vorgänger so treibt schockiert mich so tief, dass ich diese Dinge heute mit euch teilen möchte. Die Bandbreite, die mir tagtäglich begegnet reicht von, wenn der Hund nicht spurt bekommt er die Zeitung, die Leine oder das Kapperl auf die Nase bis hin zu brutalen Leinenrucks ausgeführt mit beiden Händen und aller Kraft. Traumatisierenden Abbruchmethoden von Plastikflaschen gefüllt mit Steinen bis hin zu einer Stahlkette die man den Hund vor die Füße wirft. Von überaus unangenehmen Geräuschen, Gerüchen oder Schocks (Halsband) bis hin zu den Hund Tage lang hungern lassen damit man ihn dann mit lebensnotwendigem Futter gefügig machen kann. Von ihm gewaltvoll in eine Box sperren bis zu Kontaktentzug welcher zwar auf den ersten Blick nicht so schlimm aussehen mag für einen sensiblen Hund emotional jedoch die Hölle ist.

An Lenny wurden einige dieser Dinge ausprobiert weshalb er heute bei mir ist. Der letzte sehr bekannte Trainer, der Referenzen im dreistelligen Bereich hat, meinte er sei ein hoffnungsloser Fall und man müsse ihn einschläfern. Für diese Aussage und dafür das alles nur noch verschlimmert wurde dann auch noch Unmengen an Geld zu verlangen, ist wohl einer der Gründe warum die Bezeichnung “Hundetrainer” bei vielen Menschen negatives auslöst.

Ich möchte dich mit diesem Beitrag dazu ermutigen genau hinzusehen und vor allem hinzufühlen, wenn du auf der Suche nach dem richtigen Trainer für euch bist, denn solange solche Schulen und Trainer Zulauf haben wird sich nichts ändern und die Zahl der schwer traumatisierten Hunde die auf kurz oder lange entweder im Tierheim landen und dort ihr Leben fristen müssen oder aber eingeschläfert werden wird weiter steigen.

DU entscheidest wer euch unterstützt und wenn dir eine Situation bei einem Training oder in der Hundeschule nicht gefällt, du dich unwohl fühlst, siehst das dein Hund in der Situation überfordert ist oder allein gelassen wird oder du sogar das Gefühl hast, das deinem Hund gerade geschadet wird, bleibe nicht stumm, stehe für ihn ein. Dein Hund ist darauf angewiesen, dass du ihn beschützt. Wenn er schlechte Erfahrungen machen muss wird er das Vertrauen zu dir und zu den Menschen im Allgemeinen verlieren.

Jeder der mit einem so wundervollen Hundewesen zusammenlebt sollte sich dieser Verantwortung bewusst sein, sie sind uns in dieser Hinsicht schicksalhaft ausgeliefert, es hängt nur von uns ab ob sie ein glückliches Leben führen oder zu „Bestien“ werden und das ist wirklich bestürzend.

Auch wenn eure Situation hoffnungslos erscheint und du verzweifelt bist, weil alles aus dem Ruder läuft und nichts funktioniert, halte inne und höre auf dein Gefühl, ich erwähne das so oft, weil es so unglaublich wichtig ist das wir anfangen zu verstehen das wir selbst unser bester Experte und Berater sind. Keiner kennt deinen Hund so gut wie du, egal wie viele Titel und Referenzen, ein Mensch hat und selbst wenn es der teuerste und berühmteste Trainer der Welt ist, wenn dein Gefühl sagt, das etwas für deinen Hund nicht gut ist, dann ist das so! Wenn Du auf deinen Bauch und auf dein Herz hörst kann gar nichts schief gehen.