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“Hase, ich möchte einen Hund” 

mit dieser Lebens verändernden Nachricht kam meine Freundin eines Tages nach Hause. Wir hatten das Thema schon vor einem Jahr, doch war es diesmal anders – es war ihr voller Ernst. Mir dämmerte, dass sie erst Ruhe geben würde, wenn wir einen Hund haben. Ich war nicht besonders begeistert, nicht weil ich Hunde nicht mochte, im Gegenteil, ich fand Hunde und Tiere im Allgemeinen schon immer großartig,

ABER von meinen Eltern, die seit Jahren Huskys haben, sah ich, dass ein Hund vor allem viel Arbeit ist, und dass wollte ich mir nicht antun. Immerhin hatte ich auch ohne Hund genug Beschäftigung, einen Vollzeitjob und diverse zeitintensive Hobbys, die sich nicht mit einem Hund kombinieren ließen.

Nun gut, ich ließ mich dazu überreden im Tierheim Steyr vorbeizuschauen. Wir erkundigten uns nach einer süßen großen Mischlingshündin namens Suki, ca. vier Jahre alt und schon seit drei Jahren im Heim.

Doch die Ernüchterung kam sofort. Suki hasst Kinder, ist ein richtiger Wachhund, sie bellt ALLES an was sich bewegt, andere Hündinnen mag sie auch nicht und am besten wäre ein Platz auf einem abgelegenen Bauernhof wo sie nie wieder Hunde, Kinder oder andere Außenreize belästigen. Also alles andere als ein „Anfängerhund“ für zwei junge Leute und doch sahen wir sie uns kurz an, als sie von einer Gassigeherin abgeholt wurde. Sie war der einzige Hund im Tierheim der nur mit Maulkorb raus durfte, eine Ausnahme gab es nur bei langjährigen Gassigehern die sie gut kannten.

Und da war sie! Der süßeste Hund den ich jemals gesehen habe. Sie schüttelte pausenlos den Kopf, man sah ihr richtig an, dass sie den Maulkorb verabscheute. Ich ging in die Hocke und Suki kam sofort zu mir, lehnte sich mit ihren 30kg voll gegen mich und sah mir tief in die Augen „Komm nimm mich mit, ich hab keinen Bock mehr hier zu sein“ stand in ihrem Blick. Sie hatte mich sofort verzaubert und eines stand fest.

SIE oder keiner. So begann das größte Abenteuer meines bisherigen Lebens.

Im Tierheim hatten sie wirklich nicht übertrieben. Sie war der Hammer und oft war ich kurz vor dem Verzweifeln. Herkömmliche Dressur und Konditionierungen machten alles nur noch schlimmer, Gewalt oder ähnliches war für mich nie eine Option und so musste eine Alternative her. Sie hieß Maike Maja Nowak. Ich las ihre Bücher, besuchte ein Seminar in Deutschland, und hatte den einzigen Trainer in Österreich, der nach „ihrer“ Art arbeitete zu mir nach Hause eingeladen.

Schon nach den ersten Wochen „Training“, vor allem an mir selbst, konnten wir durchatmen. „Wir werden es schaffen“ stand auf unseren Fahnen. Und so war es auch. Heute ist Suki eine ausgeglichene Hündin, die mit ihren Artgenossen verträglich ist, Kinder ignoriert und stets überall mit dabei ist, ob in der Großstadt, Urlaub am Meer oder in den Bergen.

So änderte sich auch etwas in mir. Ich fand durch sie zur Ruhe und somit zu mir selbst. Plötzlich machten mir meine Hobbys ohne sie keinen Spaß mehr und mein gut bezahlter Wirtschaftsjob wurde mir immer gleichgültiger. Mir wurde klar, das ich eine Berufung suchte die mich erfüllt und meinem Wesen entspricht. Ich beschloss also Trainer zu werden und machte die Ausbildung bei Maja Nowak, um Menschen mit ihren Hunden zu unterstützen einen Weg der Kommunikation, der gegenseitigen Wertschätzung und des „zusammen glücklich seins“ zu finden. Denn Nichts ist schöner und erfüllender als in die glücklichen Augen eines so wundervollen Wesens zu blicken.

 

Es macht GLÜCKLICH. ZUSAMMEN GLÜCKLICH.