Was halte ich eigentlich vom Maulkorb?

Zuerst, wie immer, die Fakten: Ein Maulkorb ist für jeden Hund ein Fremdkörper der sich auf der empfindlichsten Stelle des Hundes befindet. Selbst wenn er perfekt sitzt und aus einem „angenehmen“ Material ist bleibt er für den Hund eine erhebliche Einschränkung. Beschwichtigungssignale (z.B. über die Nase schlecken, gähnen usw.) werden oft nicht richtig wahrgenommen, was bei Hundebegegnungen zu Spannungen führen kann. Ich habe schon viele Hunde mit Maulkorb kennengelernt, keiner von ihnen war der Maulkorb gleichgültig. Ab einem gewissen Zeitpunkt wollte jeder dieser Hunde das Ding auf der Nase loswerden, egal wie gut der Halter den Hund darauf trainiert hat, es ist und bleibt ein Fremdkörper. Meine Hunde waren bevor sie zu mir kamen Maulkorbträger, seitdem sie bei mir sind haben sie den Maulkorb nicht mehr getragen und ich habe nicht vor an diesem Umstand etwas zu ändern, trotz neuer Gesetze.

Es gibt allerdings Fälle wo ich einen Maulkorb befürworte, z.B. wenn sich der Hund schon so weit von seiner Natur entfernt hat das er wirklich zubeißen würde. Sieht man sich Lennys alten Maulkorb an, könnte man meinen er hätte ohne dieses Teil wirklich ernst gemacht, was er bei manchen Menschen und in manchen Situationen wahrscheinlich auch getan hätte. Wie immer kommt es darauf an was der Mensch leisten kann oder möchte. Ich weiß das Lenny mir mittlerweile vertraut und er in meinem Beisein, solange er nicht massiv bedrängt wird niemanden etwas tun wird. Das sicherzustellen ist meine Aufgabe, deshalb achte ich darauf das seine Grenzen auch von fremden Menschen gewahrt werden, schon lange bevor er reagieren muss.

Für Menschen die noch nicht so viel Vertrauen in sich und ihren Hund haben kann der Maulkorb eine Unterstützung sein, er sollte allerdings nie dazu genutzt werden den Hund zu unterdrücken, zu unterwerfen und zu brechen. Er sollte auch keine „Versicherung“ sein um seine Verantwortung abzugeben. Auch und gerade mit Maulkorb können gravierende Verletzungen entstehen. Ein Luftschnapper oder Abschnapper ist vergleichsweise harmlos im Gegensatz zu einem kräftigen Stoß mit einem Gittermaulkorb oder einer großen Schnauze mit Soft – Maulkorb. Wenn ein Hund schon aggressiv auf andere Menschen oder Hunde reagiert, kann der Beißkorb allerdings für die eigene Sicherheit, um das Vertrauen wieder zu erlangen, hilfreich sein. Er sollte niemals zur Normalität und Dauerlösung werden, vielmehr sollte er zur Überbrückung schwieriger Zeiten eine Unterstützung für Hund und vor allem für den Halter darstellen. Ein Hund der seinem Menschen wirklich vertraut benötigt keinen Maulkorb, denn er weiß das sein Mensch ihn vor Gefahren, anderen Hunden, (für ihn) seltsamen Menschen und Übergriffigkeiten schützt. In der menschlichen Welt sollte der Halter seinen Hund schützen, nicht umgekehrt.

Das Maulkorb Thema ist also eines das meist vom Hundehalter abhängt und nur sehr selten vom Hund. Wenn unsere Regierung das auch begriffen hätte würden die neuen Gesetze am Hundehalter ansetzen und nicht Symptombehandlung am Hund vorschreiben. Trotzdem ist es ist jedem Menschen freigestellt ob er sich an die Vorschriften hält oder nicht. 😉

Kontakt

Wenn ich von Kontakt und Bindung zum Hund spreche meine ich damit nicht, dass der Hund Augenkontakt zu seinem Menschen hält, sondern vielmehr rede ich von dem unsichtbaren Band das Hund und Halter VERBINDET. Es geht also um verBINDUNG, eine Verbindung die man nicht immer an der Körpersprache beider sehen kann, die man allerdings ganz deutlich fühlen kann. Kontakt entsteht immer dann, wenn beide Wesen im Moment sind, und echt – also authentisch sind so wie sie eben von Natur aus sind. Was fühlst du, z.B. wenn du mit deinem Hund herumalberst oder spielst? So ganz ohne Erwartungen, ohne ein bestimmtes Ziel zu haben, ohne an etwas anderes zu denken, wenn du ganz in diesem einen Moment BIST.
Fühlst du dich da nicht verbunden mit deinem Hund?

Und um genau diese Verbindung geht es, das ist für mich Kontakt. Das schöne ist das wir mit unseren Hunden immer in Kontakt sein können, wenn wir es schaffen im Moment zu bleiben, unsere Erwartungen zu uns zurückzunehmen, und wenn wir innerlich beweglich bleiben um auf das was kommt (erst wenn es kommt) situativ reagieren zu können. Kontakt ist keine Methode, Kontakt ist niemals starr, deshalb verwendet Maja auch den Begriff „Mitschwingen“. Anfangs konnte ich mit diesem Ausdruck nicht viel anfangen, heute allerdings finde ich ihn sehr passend, weil es ein anfühlen und ein beweglich sein beschreibt. Ich fühle also am Morgen bevor wir weggehen schon beim Anlegen des Brustgeschirrs an wie meine Hunde heute drauf sind, ob sie kribbelig oder eher ruhig sind, ob sie störrisch oder eher kooperativ sind, jeder Tag ist anders, und oft hat ihre Stimmung auch etwas mit meiner Stimmung zu tun. In dieser Situation kann ich mich schon ganz bewusst dazu entscheiden meine Gedanken loszulassen um einen schönen Spaziergang mit meinen Hunden zu erleben. Führung (also die Führung von der ich spreche) ist nur im Kontakt möglich denn sie kommt ohne Druck, ohne Leckerli, ohne Kommandos, oder andere Konditionierungen aus. Es geht einzig um das gemeinsame im Moment SEIN und um das Bewusstsein des Menschen, um die hündische Sprache.

Das ist eines der größten Geschenke das uns die Hunde machen: die kindliche Freude und Neugierde im ehrlichen und authentischen Kontakt mit einem anderen Wesen wiederzuentdecken. Wieder fühlen zu lernen wie sich VERBUNDENHEIT anfühlt…

Kastration – ein Ausweg vom unerwünschten Verhalten?

Zuallererst: ich bin nicht grundsätzlich gegen eine Kastration ich sage allerdings ganz klar, dass man es sich wirklich gut ansehen muss ob eine Kastration überhaupt etwas bringt, und zu welchem Zeitpunkt sie durchgeführt wird. Darüber hinaus sollte man mit einer Kastration unbedingt abwarten bis der Hund körperlich UND geistig fertig entwickelt ist.

Lenny wird im Dezember drei Jahre alt und hat gerade seinen letzten Hormonschub vor dem Erwachsenwerden. Zusätzlich dazu ist eine Nachbarshündin läufig was zur Folge hat das Lenny „etwas“ abdreht. Er jammert den ganzen Tag, ist beim Spaziergang nurmehr ferngesteuert, gestresst und geistig abwesend. Das war für mich Anlass mich mit dem Thema Kastration noch mehr zu beschäftigen. Sissy war so freundlich mir ein Buch zu empfehlen das ich jedem ans Herz lege der seinen Hund kastrieren lassen möchte oder darüber nachdenkt. Man sollte wirklich wissen worauf man sich einlässt und nicht blind Tierärzten, anderen Hundehaltern oder Trainern vertrauen die einem dazu raten. Schließlich handelt es sich um eine schwerwiegende Entscheidung mit der Hund, und Halter dann auch klar kommen müssen. Die Verantwortung abzugeben und im Nachhinein zu sagen „ich bin davon ausgegangen, dass (z.B.) der Tierarzt weiß was er tut“ macht die Kastration nicht ungeschehen und die Verantwortung für „Kastrationsschäden“ trägt nicht der Tierarzt, sondern immer, man selbst.
Ich greife hier nur einige wenige aber dafür sehr gravierende Aspekte auf um dir einen kurzen Einblick in das Thema zu geben.
• Wenn der Hund bevor sein Körper und seine Psyche fertig entwickelt sind (was durchschnittlich 1,5 bis 2 Jahre dauert – Herdenschutzhunde brauchen bis zu 4 Jahren bis alles so ist wie es die Natur für einen erwachsenen Hund vorgesehen hat) kastriert wird, stoppt damit seine Entwicklung. Körperlich wie auch geistig. Die Wachstumsfuge ist dann nicht verschlossen, die Gelenke sind nicht vollständig ausgebildet, die Sehnen und Muskeln sind nicht fertig. Spätfolgen sind Erkrankungen des gesamten Bewegungsapparates.
• Im Gehirn werden während der Pubertät die Verbindungen umgebaut, vom emotionalen in das rationale Denken. Das kennen wir auch von uns Menschen, wie haben wir mit 16 auf Situationen reagiert und wie reagieren wir mit 25 oder 30 auf dieselbe Situation. Wenn ich diesen Vorgang nun mit einer Kastration stoppe sind die Folgen nicht selten Verhaltensauffälligkeiten aller Art.
• Während der Pubertät schwanken die Hormone von einem in das andere Extrem (wie wir das auch vom Menschen kennen) der Hund kann dann genau in dem Extrem stecken bleiben in dem er kastriert wird.
• Zudem stehen die meisten Verhaltensweisen (z.B. Jagdverhalten oder Markierverhalten) die als Grund für eine Kastration angegeben werden nicht mit dem Testosteron in Verbindung, daher nützt eine Kastration hier nichts oder aber es wird alles noch schlimmer. Das Buch ist voll von Studien die das einwandfrei Belegen. lt. Tierschutzgesetz ist es verboten einen Hund ohne medizinischen Grund zu kastrieren. Das sich die meisten Tierärzte an dieses Gesetz nicht halten, und die Halter ihrer Patienten über diese und noch mehr Punkte nicht oder unzureichend informieren finde ich sehr bedenklich. Es ist ein Umstand der mir beinah tagtäglich begegnet, weshalb ich mich nun selbst dazu entschlossen habe eine Kastrationsaufklärung/ Beratung anzubieten. Wer verhindern will das sich sein Hund fortpflanzt der kann eine Sterilisation (abklemmen der Eileiter) bei der Hündin oder eine Vasektomie (abklemmen der Samenleiter) beim Rüden machen lassen. Das macht allerdings in meiner „Nähe“ nur die Tierklinik Sattledt. Ich habe in den letzten Wochen sämtliche Tierärzte angerufen die mir alle sagten, dass sie so etwas nicht machen „weil es nicht üblich ist“.
Wenn man sich trotz eigener Recherche, und eigener Meinungsbildung zu einer Kastration entschließt sollte man zumindest warten bis der Hund fertig entwickelt ist.

Wer mehr wissen möchte, Sissy hat sich die unglaubliche Arbeit gemacht vieles was im Buch steht (und noch mehr) genau zu beleuchten, der Beitrag geht zwar speziell auf Herdenschutzhunde ein, die hormonellen Abläufe im Hundekörper sind allerdings großteils Rasse unabhängig:
https://www.facebook.com/search/top/…

Wer es noch genauer Wissen möchte hier ist der Link zum Buch:
https://www.amazon.de/Kastration-Verhalten-bei…/…/3275018205

Hunde – Spiegel der Seele

Kennst du das, wenn dein Hund immer wieder ein Verhalten zeigt das dich wahnsinnig oder traurig macht? Er bellt z.B. andere Hunde oder Menschen an, oder er geht unentwegt jagen? Er nimmt keine Rücksicht auf dich oder hört nicht auf dich? Er reagiert auf etwas aggressiv, und du nimmst es sofort persönlich oder fühlst dich als hättest du versagt? Egal was es ist, immer wenn es passiert geht es dir schlecht und du weißt eigentlich gar nicht warum? Du hast schon alles mögliche versucht aber dein Hund hört einfach nicht auf mit diesem Verhalten und du fragst dich weshalb er das macht?

Unsere Hunde wissen alles über uns, sie kennen unsere blinden Flecken, und wissen genau wie sie unsere Knöpfe drücken um uns auf das aufmerksam zu machen wovor wir versuchen wegzulaufen. Unsere Hunde wollen uns immer unterstützen, in unserer Entwicklung, und im Leben allgemein auch wenn das auf dich manchmal nicht so wirken mag. Jeder Hund möchte nur das Beste für seinen Menschen, auch deiner. Natürlich kann unangemessenes Verhalten viele Ursachen haben, seine Vergangenheit, sein Wesen und auch seine Rasse können eine Rolle spielen. Wenn ein Verhalten jedoch völlig übertrieben oder übermäßig ist und der Mensch darauf ebenso übertrieben reagiert steckt fast immer mehr dahinter. Dieses MEHR hat mit uns Menschen zu tun und ich kann dir aus eigener Erfahrung sagen, immerhin sind meine Hunde da keine Ausnahme, wenn man sich ehrlich auf das was einen Aufreibt einlässt und anfängt zu hinterfragen geschehen oft unerwartete Wunder. Ich habe es schon oft erlebt, dass ein Hund in der Sekunde in der sein Mensch begriff worum es geht das Verhalten beendete. Bei solchen „Problemen“ funktioniert nichts anderes als das Thema mit dem Menschen zu bearbeiten. Hunde die Verhalten dieser Wurzel zeigen, haben oft schon viele Hundeschulen und Trainer hinter sich, alles ohne Erfolg.
Wenn du dich von diesem Beitrag angesprochen fühlst und Unterstützung möchtest bin ich gerne für euch da. Ich kann dir aus eigener Erfahrung sagen, es lohnt sich, die Wegweiser unserer Hunde wahrzunehmen und anzunehmen.

Suki´s Geburtag + 3 Jahre WIR

Unser Wunderhund… drei Jahre ist unser Mädchen nun bei uns. Es ist wirklich unfassbar was sich in diesen drei Jahren alles ereignet hat. Dieser Hund hat unser Leben völlig auf den Kopf gestellt. Während ich vor drei Jahren noch 40 Wochenstunden damit verbrachte Prozesse in der Autoscheinwerferherstellung zu managen und meine Freizeit auf dem Motorrad und dem Snowboard verbrachte bin ich heute hauptberuflich selbstständig und arbeite mit Hunden und ihren Menschen. Meine Freizeit verbringe ich heute mit meinem Rudel, das Motorrad tauschte ich gegen einen Campingbus und das Snowboard gegen Schneeschuhe. Wo sich vor drei Jahren noch drei Fernseher in unserer Wohnung befanden hängen nun Bilder, wo zwei Spielkonsolen standen liegen nun Bücher. Aber die weitreichendste Veränderung ist wohl das was sich in mir getan hat. Wer war ich vor drei Jahren? Ein Typ der sich durch berufliche Leistung, Verdienst und Äußerlichkeiten definierte, drei Mal wöchentlich ins Fitnessstudio ging, und im Job alles geben wollte. Und dann kam dieser Hund in mein Leben, niemals werde ich ihren allerersten Blick in meine Augen vergessen. Der Zauber der ihm inne wohnte und die Kraft in ihrem Ausdruck. Ein Blick der laut und deutlich sprach „nimm mich mit, ich warte schon so lange auf euch.“ Unglaubliche drei Jahre hat sie gewartet… Sie hat ALLES verändert, immer öfter stand mein Motorrad das zuvor das wichtigste für mich war herum, mein Job wurde mir immer gleichgültiger und auf´s Fitnessstudio hatte ich keine Lust mehr. Plötzlich merkte ich, dass aus mir der Mensch geworden war, der ich glaubte für andere sein zu müssen. Als ich anfing für Suki Führung zu übernehmen führte sie mich auf einer anderen Ebene zu mir selbst, sie weckte mich nach jahrelangem Tiefschlaf auf und zeigte mir wer ich wirklich bin. Nie werde ich vergessen wie ihre großen Pfoten das erste Mal Abdrücke in den Sand am Meer zauberten und sie mit den Wellen lief. Wie sie das erste Mal in unseren neuen Campingbus einstieg als hätte sie schon Monate darauf gewartet, so wie wir. Ich werde nie vergessen mit welch einer Begeisterung sie unseren Wald erkundete, plötzlich vielen mir Bäume auf die ich zuvor nie wahrgenommen hatte. Wie grantig sie schaute nach ihrer ersten unfreiwilligen Schwimmeinheit, weil sie glaubte über den Bach springen zu können. Niemals werde ich das Gefühl vergessen das ich hatte, als sie sich das erste Mal zu mir kuschelte, so lange hatte es gedauert bis die Mauern um ihr Herz zu bröckeln begannen. Drei Jahre liegen nun hinter uns, drei Jahre in denen wir so vieles erlebt haben, gelacht, geweint und geliebt haben. Drei Jahre die unser Leben von Grund auf verändert haben. DANKE mein Wunderhund für jeden einzelnen Moment mit dir! Wir lieben dich!