Hund und Wolf klargestellt

Der Hund stammt vom Wolf ab und deshalb muss man ihn auch so erziehen? Mit Dominanz, Druck und Unterwerfung? Der Alpha frisst zuerst und unterdrückt alle anderen um seine alleinige Herrschaft zu sichern?
Das ist eine der schlimmsten und weitreichendsten Unwahrheiten überhaupt. Aber woher kommt diese Theorie und was haben Hund und Wolf jetzt wirklich gemeinsam?

Der Hund und der Wolf haben einen gemeinsamen Vorfahren der vor mindestens 45 000 Jahren lebte und längst ausgestorben ist. Der Moderne Wolf und der Hund sind also zwei verschiedene Spezies. So wie wir Menschen und Schimpansen, Pferde und Zebras, Löwen und Katzen usw…

„Wissenschaftler“ kamen in den 70er Jahren auf die Idee Wölfe zu beobachten, das taten sie allerdings NICHT in freier Wildbahn, denn dort wären sie zu dem Schluss gekommen, dass Wölfe hoch soziale Wesen sind die im Familienverband leben. Eine Hierarchie mit „Alpha“-, „Beta“- und „Omega“-Wölfen entsteht nur dort, wo das Abwandern für die jungen Erwachsenen nicht möglich ist, also in Wildparks und Zoos. Doch leider beobachtete man Wölfe in Gefangenschaft und daher kommt die Dominanz These.
Da man damals auch noch dachte der Hund stamme vom modernen Wolf ab zählte man 1 und 1 zusammen und heraus kam ein riesen Irrtum. Fatal ist allerdings, dass es auch heute noch Bücher gibt in denen genau das verbreitet wird und manche Trainer wie Hundeschulen mit genau diesem Irrglauben der 1970er Jahre „arbeiten.“

Was also weiß man mittlerweile über unseren besten Freund? Hunde sind keine Wölfe und auch ihr soziales Gefüge sowie ihre Körper- und Signalsprache ist anders. Funde deuten darauf hin, dass der Hund das erste war was der Mensch gezüchtet hat, noch lange vor der Viehzucht wie Kühe und der Pflanzenzucht wie Weizen.
Das ist ziemlich lange… Die Funde gehen bis auf die Zeit in der Menschen noch als Jäger und Sammler lebten zurück und sind 32 000 Jahre alt. Kein anderes Wesen lebt schon so lange in solch einer Intensität mit uns zusammen, daher verwundert es auch nicht das sich Hund und Mensch in einer Co – Evolution entwickelt haben.
Hunde lesen unsere Gedanken, sie spüren wie es uns geht, sie trösten uns und haben sogar die Fähigkeit mitzufühlen. Sie sind wie keine andere Spezies dieser Erde mit uns verbunden. Den ganzen Umfang dieser Verbindung werden wir wohl erst noch herausfinden.

Ich bin gespannt auf die nächsten Jahre in denen wir sicher weitere Erkenntnisse und Wunder entdecken werden.

Botschafter der Seele, das sind sie zumindest für mich, unsere wundervollen Hunde.

Quellennachweise:

Abenteuer Vertrauen – Maja Nowak

Das Tier als Spiegel der menschlichen Seele – Ruediger Dahlke & Irmgard Baumgartner

http://www.znl-ulm.de/Vero…/Geist_und_Gehirn/NHK15_Hunde.pdf

https://www.nabu.de/tiere-und-pfla…/…/wolf/wissen/18742.html

https://www.lumpi4.de/der-hund-stammt-vom-wolf-ab-oder-nic…/

Das Thema Jagen

Auch meine Zwei Rabauken sind (Lenny mehr Suki weniger) jagdlich interessiert. Während Suki unsere Regel (wir gehen nicht jagen) schon längst akzeptiert hat und nur noch sehr selten einer Spur nachschnüffelt schießt sich Lenny regelmäßig in andere Dimensionen in denen er gedanklich schon beim Hasen ist und nurmehr physisch anwesend bleibt.

Wie aber schaffe ich es, dass er trotz des Gedankenkarussells bei mir bleibt, auch ohne Leine?
Kontakt, und auch ein bisschen Übung.

Zuerst einmal, wie immer, die Natur der Hunde: im Hunderudel geht es nicht, wenn sich ein Mitglied der Gruppe selbst zur Jagd freigibt, da dies die Gruppe schwächt und auch für denjenigen der abhaut einiges an Gefahr mit sich bringt. Soweit auch unsere oberste Regel „keiner gibt sich selbstständig frei“ weder bei Hundebegegnungen (schließlich möchte ich nicht, dass meine Hunde zu fremden Hunden laufen die an der Leine sind) noch beim Spaziergang durch den Wald. Auch nicht, wenn ein Hase vor ihrer Nase wegspringt. Zugegeben das ist die Königsdisziplin und hierbei muss ich den Hasen zumindest wahrnehmen bevor meine Hunde im Sprint sind.
Diese Herangehensweise setzt voraus, dass ich im hier und jetzt bin, und merke, wenn Lenny eine Spur aufnimmt, dann bekommt er von mir eine klare Haltung an die er sein Verhalten anpassen kann.
Ich sage dann „Lenny wir bleiben am Weg.“

Somit kommen wir schon zum zweiten Punkt.
Lenny hält sich nun nur an diesen einfachen Satz, weil er schon tausendfach (er ist eben ein Sturschädel) die Erfahrung gemacht hat das ich die Grenzen die ich setzte ernst meine, und ich mich nicht manipulieren, provozieren, und veräppeln lasse. Dabei braucht es kein Geschrei und schon gar keine Gewalt, nur die innere Stärke zählt hier.
Aber zugegeben, mir entfährt auch manchmal ein zu lautes forsches “Hey”! Ich bin mir nur im Klaren darüber das er dann nicht wegen dem Ton stehen bleibt sondern weil die Situation gerade an einem Punkt ist wo meine innere Haltung völlig klar, stark und präsent ist. Das spürt jeder Hund und daran orientieren sie sich auch, vorausgesetzt sie sind noch ansprechbar.

Und damit kommen wir schon zum dritten Punkt.
Wenn mein Hund einmal im Jagdmodus ist hat es meist keinen Zweck mehr irgendetwas zu tun. Die wenigsten Hunde sind in diesem Zustand noch ansprechbar. Wenn er wieder zurück kommt spaziere ich allerdings nicht munter weiter, ich prügle aber auch nicht auf ihn ein wie das vielfach immer noch gemacht wird, sondern ich mache das, was im Hunderudel gemacht werden würde. Ein Entscheidungsträger würde sich den Ausreißer „zur Brust nehmen“ und ihm friedvoll und klar sagen, dass es so nicht geht. Ich nehme also Lenny bei seinen Bäckchen, bestimmt aber sanft, schaue ihm in die Augen und sage ihm sowas wie „Mein Freund, du gibst dich nicht selbstständig frei, wir sind ein Rudel und du verlässt unsere Gruppe nicht, schon gar nicht um die Wildtiere aufzuscheuchen.“
Ich bleibe hier solange präsent bis ich das Gefühl habe, dass er innerlich nachgegeben hat. Meist schüttelt er sich dann und unser Spaziergang geht weiter. Beim nächsten Versuch von ihm ins Gebüsch abzubiegen reicht schon ein ernster Blick um ihn wieder zur Umkehr zu bewegen.
Bei Suki wiederrum reicht es mittlerweile ihr zu sagen, dass es die Wildtiere bei uns schon schwer genug haben, und das letzte was sie brauchen ein hinter ihnen herjagender Hund ist. Ihr Blick sagt dann „nagut, dann halt ich mich halt dran, aber nur weil ICH will“ 😅

Ich hoffe ich habe dir mit diesem Beitrag ein bisschen Wissen vermitteln können, wenn du Fragen hast, melde dich!