Wie kann ich meinen Hund füttern? Teil 4/4

Zum Abschluss, was füttere ich?

Ich füttere täglich:

📌 Ca. 70% Herrmanns Reinfleisch Bio Dosenfutter

📌 Dazu koche ich gleich für mehrere Tage die jeweilig wertvollen Kohlenhydrate: ca. 10% (Vollkornreis, Quinoa, Hirse, Buchweizen)

📌 Und püriere auch gleich für mehrere Tage das Gemüse und Obst: 20% ca. 4 Verschiedene Sorten (Salat, Rote Rüben, Karotten, Zucchini, Kürbis, Äpfel, Beeren, Birnen, usw…)

📌 Dazu kommt noch 1 kleiner TL Öl (für einen 30kg Hund, Menge muss angepasst werden) Hanföl, Kürbiskern, Oliven, Kokos, Leinöl eigen sich gut.

📌 Dann kommen das Knochenmehl, und die Kräutermischung dazu.

📌 Da die Dosen zu wenig Fett und Innereien enthalten gebe ich dies frisch und roh dazu. Reinfett und Innereien vom Rind bekommt man in jedem Barfshop. Meine Hunde bekommen:
Jeden zweiten Tag 40 – 50g Fett (für einen 25 – 30kg Hund, Menge muss angepasst werden) unter das Futter gemischt. ❗️Achtung! Mit dem Fett muss man klein anfangen und langsam steigern um die Bauchspeicheldrüse nicht zu überfordern, eine zu schnelle Steigerung kann eine Bauchspeicheldrüsenentzündung auslösen.
Innereien mische ich 2x wöchentlich je 100 g unter. ❗️Achtung! Die gesamte Menge auf einmal zu füttern ist nicht empfehlenswert da die Innereien abführend wirken und die meisten Hunde auf eine große Menge mit Durchfall reagieren.

Da Leber, Niere und Milz Entgiftungsorgane sind ist es wichtig auf gute Qualität zu achten, am besten wäre Bio, da der Hund sonnst die ganzen Giftstoffe (Medikamente, Pestizide, usw.) aufnimmt und diese dann seinen Organismus belasten.

Ich handhabe es also wie beim Barfen nur das ich schonend gegarte Bio Dosen verwende, zum einen weil Suki nachdem sie letztes Jahr eine Antibiotika Kur bekam, kein Antibiotika verseuchtes Fleisch mehr verträgt, zum anderen weil sie ihr sehr schmecken, und sie das rohe Bio Fleisch gar nicht mehr angerührt hat. Zudem sind wir viel unterwegs, da Frischfleisch nicht besonders reisetauglich ist, ist diese Dose eine gute alternative für mich.
Auch Lenny ist ganz begeistert und sieht mich nachdem er die Schüssel ausgeputzt hat immer an als hätte er noch gar nichts bekommen, außerdem verträgt er es besser als alles andere.

Kauartikel kaufe ich bei Pets Bio World oder bei Dog und Co. Da Suki wirklich sehr empfindlich reagiert muss ich darauf achten das jegliches getrocknete Muskelfleisch, Pansen oder Innereien aus Biohaltung stammt, von allem anderen bekommt sie sofort Durchfall. Rinderkopfhaut und Bullenmaul sind wichtig für die Zähne, diese bekomme ich nur bei Dog und Co und das verträgt sie auch in Maßen. Man merkt also sehr stark wo sich die Medikamente die, die Schlachttiere bekommen ablagern.

📌 Suki bekommt dann noch kurweise immer für 1-3 Monate die Gelenk – Nahrung von Robert Franz, sehr empfehlenswert für “ältere” Hunde oder Hunde die Schwierigkeiten mit den Gelenken haben.

https://robert-franz-nr1.at/…/gelenk-nahrung-by-robert-fran…

Sie wird heuer 7, seitdem sie dieses natürliche Nahrungsergänzungsmittel bekommt geht es ihr mit dem Bewegungsapparat wieder richtig gut, sie springt und fetzt wieder umher wie eine ganz junge.

Die Reise durch die Ernährung hat nun ein Ende, ich weiß es ist nicht das spannendste Thema aber sicher ein ganz wichtiges, schließlich wollen wir unseren Hunden ein langes und gesundes Leben ermöglichen – mit der Ernährung haben wir das zum Großteil selbst in der Hand. Ich hoffe du konntest ein paar Sachen mitnehmen und vielleicht schaust du ja beim nächsten Kauf was auf deinem Futter eigentlich draufsteht. Auch beim Blick auf das teure Allergikerfutter vom Tierarzt, kannst du ein unschönes Erwachen erleben.

Wie kann ich meinen Hund füttern? Teil 3/4

Dosen-, Trockenfutter und Leckerli

Was ist eigentlich drinnen in den Säcken, Dosen und Leckerli Tüten die man im „Hundefachhandel“ bekommt?
Fleisch von Tieren aus aller Herren Länder, auch aus Indien und China wird zu diesem Zweck Fleisch importiert. Womit diese Tiere gefüttert werden und welche Medikamente sie im Laufe ihres kurzen Lebens bekommen ist ebenso wenig bekannt wie ihre Herkunft.
Trockenfleisch (Leckerli) aus Übersee muss für die lange Reise haltbar gemacht werden und vor Insektenbefall geschützt werden. Daher wird das Fleisch mit Pestiziden und anderen Giften begast.
Wird dieses Fleisch dann in Deutschland weiterverarbeitet oder verpackt dürfen die Hersteller es mit “Made in Germany” deklarieren.

Wie die Tiere in dem tatsächlichen Herkunftsland leben und sterben will niemand von uns wissen… unsere österreichische Massentierhaltung ist dagegen wahrscheinlich ein 5 Sterne Luxusurlaub für Kühe, Hühner und Puten.
All die Medikamente, Gifte und Stresshormone landen über den Verzehr im Körper unserer Hunde.

Aber es kommt noch schlimmer: ein Hauptbestandteil vom Industriefutter sind Schlachtabfälle die für den Menschen wertlos sind, also Hufe, Federn, Hörner, Knochen, Knorpel, Schädel usw. deklariert werden diese unschönen „Zutaten“ dann so: tierische Nebenerzeugnisse.

Die drei größten Hersteller von Haustierfutter produzieren Süßigkeiten, Fertigprodukte und Waschmittel, rate mal wo die Abfälle landen, die traurige Antwort: im Hunde und Katzenfutter.
Gemüseabfälle, Getreide bzw. Abfälle der “Lebensmittelherstellung” (pflanzliche Nebenerzeugnisse) finden so den Weg ins Hundefutter.

Das Ganze wird dann püriert (damit keiner mehr sieht was es mal war) und extrudiert also bis zu 250° erhitzt, damit sind auch die wenigen „Nährstoffe“ die drinnen waren tot. Danach wird die Pampe mit künstlichen Konservierungsstoffen versetzt damit es möglichst lange haltbar ist, mit Farbstoffen “aufgebessert” damit wir uns an der Farblosen bzw grauen Pampe nicht stören und schließlich mit künstlichen Geschmacksverstärkern gepimt damit es unsere Hunde überhaupt fressen. Gesund ist das ganze natürlich nicht und wenn man diese Hintergründe mal weiß verwundert es auch nicht mehr das so viele Hunde krank sind.
Der Körper, Hund wie Mensch, ist wie eine Maschine, wenn ich ein Auto mit Gülle tanke habe ich ein Problem.
Was kann man also tun, wenn man da nicht mehr mitmachen möchte?

Zum einen darf man sich von den Aufschriften und Slogans nicht täuschen lassen, jede Firma die am großen Weltmarkt reichlich Werbung betreibt hat nur eines im Sinn – den eigenen Profit. Das wohl unserer Hunde kümmert diese Firmen rein gar nichts…

Kleine Manufakturen haben nicht die finanziellen Mittel groß Werbung zu machen, das Geld landet im Produkt. Ein hochwertiger Futtermittelhersteller gibt ALLES an. Vor allem auch das Herkunftsland des Fleisches. Hergestellt in z.B. der EU ist KEINE Angabe dafür wo das Fleisch herkommt, es bedeutet lediglich das es in der EU verarbeitet wurde. Gleich dahinter sollte eine saubere Deklaration oberste Priorität haben. In % sollte angegeben sein viel Muskelfleisch, wie viel Innereien, wie viel Knochen, wie viel Gemüse usw das Futter enthält, und natürlich das es KEINE künstlichen Zusatzstoffe (Aroma, Farb, Lock und Konservierungsstoffe) enthält. Innereien (Lunge, Herz, Niere, usw sollten im Futter enthalten sein da es für den Organismus wichtig ist (wie beim Barfen) das ganze Tier zu füttern um keinen Mangelzustand beim Hund zu provozieren.

Solche Firmen sind gar nicht so leicht zu finden hier mein Favorit:
Am günstigsten habe ich die Herrmanns Bio Dosen aus Bayern beim Zoo Plus gefunden, auf der Webseite von Hermanns kann man sich ihre Qualitätskriterien genau ansehen, und das ganze Produktsortiment begutachten.

📌 https://www.zooplus.de/

Hier noch ein Hersteller den ich empfehlen kann:

📌 https://herzens-hund.eu/hundefutter/reinfleisch/

Wenn schon Trockenfutter, dann sollte darauf geachtet werden, dass es unbedingt kaltgepresst ist und dass auch hier wirklich alle Inhaltsstoffe genau angegeben sind. Ich habe bis jetzt erst ein Trockenfutter gefunden das ich guten Gewissens empfehlen kann. Der Hersteller ist sehr transparent und informiert auch über die Herkunft und Haltung der Schlachttiere.

📌 https://www.canisalpha.de/home/index.html

Hier ein österreichischer Händler der versandkostenfrei liefert:

📌 https://www.hoewa-naturprodukte.at/hunde/canisalpha/

Morgen – was füttere ich?

Wie kann ich meinen Hund füttern? Teil 2/4 Barfen

Diese Variante habe ich bis jetzt am längsten gefüttert bis Suki anfing das Rohfleisch zu verweigern. Nichts desto trotz kann ich diese Möglichkeit durchaus empfehlen.

Hier die Fakten:

• Ich weiß wo das Fleisch herkommt und kaufe gute Qualität

• Ich weiß wo das Gemüse herkommt (ich kann es selbst frisch pürieren was
praktisch ist für Obst und Gemüse Reste, oder wenn es mal schnell gehen muss verwende ich fertige Flocken)

• Barfen lässt viele Krankheiten einfach verschwinden, gerade wenn es um Gelenke, Magen – Darm, die Haut, Allergien uvm. geht

• Kostet in Bio Qualität dasselbe wie „hochwertiges“ Dosenfutter das zumindest
die Zusammensetzung in % angibt hier ein Beispiel von Real Nature: 32% Kalb
(aus Lungen, Herzen, Fleisch, Lebern) 28% Huhn (aus Fleisch, Herzen,
Mägen, Lebern) 25,5% Kalb-, Hühner- und Entenfleischbrühe 8% Entenherzen
5% Kartoffeln 1% Mineralstoffe 0,5% Olivenöl

• In nicht Bio ist es sogar um die Hälfte günstiger

• Die Futtermengen sind wesentlich geringer wie bei der Dose und die
Kothäufchen wesentlich kleiner. Der Organismus kann also alles sehr gut verwerten

• Das Fell und die Haut werden weich und geschmeidig

• Der Hund „stinkt“ wesentlich weniger

• Einfach in der Zubereitung, ich nehme das gefrorene Stück Fleisch am
Vorabend aus der Kühltruhe und gebe das Gemüse frisch dazu oder ich gefriere die Portionen fix fertig.

• Wenn man keine Knochen Füttern möchte kann man Knochenmehl als Calciumquelle verwenden: https://pets-bio-world.at/…/pernaturam-fleischknochenmehl-…/

• Knochen sind roh völlig unbedenklich (nur gekocht splittern sie) auch zur
Zahnstein Verminderung eignen sich Knochen hervorragend. Auf Denta stix
und Co. sollte man besser verzichten. Kauknochen und Trockenfutter die
Getreide, Stärke und Zucker enthalten (also alle handelsüblichen Marken)
fördern Zahnstein massiv, obwohl auf der Packung mit dem Gegenteil
geworben wird… Kaum zu glauben aber wahr.

Mythos Barfen ist super kompliziert? Wenn man sich erstmal durch den Dschungel der 1000 Barf Seiten geklickt hat, ist es ganz einfach. Hier der Link den ich empfehlen kann:

📌 https://www.drei-hunde-nacht.de/

Wo bekomme ich das Fleisch her? Eine Möglichkeit wäre sich einen Regionalen Anbieter zu suchen. Diese beiden kann ich empfehlen, regelmäßige Liefertouren in NÖ und OÖ erleichtern die Handhabung wesentlich:

📌 http://www.pets-bio-world.at/

📌 https://www.hundefutterspezialist.at/?language=de

Wie viel wovon füttere ich? Dazu gibt es mittlerweile Barf Rechner, diesen habe ich verwendet:

📌 https://frostfutter-perleberg.de/…/50-barf-einstieg-rechner…

Extrem wichtig beim Barfen ist das man IMMER das ganze Tier verfüttert also Muskelfleisch, Innereien, Pansen, Knochen usw… Ich habe das so gemacht das ich einen Tag Pansen, am nächsten Tag Muskelfleisch, dann Knochen mit Fleisch und Innereien usw. gefüttert habe sodass die wöchentliche Menge von allem etwas enthält. Du musst dich nicht peinlich genau an die Angaben vom Rechner halten, Bauchgefühl und Hausverstand ein, dann brauchst du dich nicht verrückt zu machen, so wie ich am Anfang.

Die wöchentliche Menge von Knochen und Innereien solltest du auf mehrere kleine Portionen aufteilen da zu viel auf einmal stopfend (Knochen) bzw. abführend (Innereien) wirkt.
Auch sollte man nicht nur ein Tier füttern, sondern für Abwechslung sorgen. Huhn, Rind, Pute eventuell noch Ziege bekommt man überall. Exoten (Krokodil, Känguru usw.) haben im Hundenapf meiner persönlichen Meinung nach nichts zu suchen.

Kohlenhydrate ja, nein? Auch das muss jeder für sich entscheiden, ich persönlich füttere in kleinen Mengen Reis, Quinoa, und Hirse. Auf Weizen solltest du besser verzichten. Bei Unverträglichkeiten oder Übergewicht kann man auch ein hochwertiges pflanzliches Fett als Energiequelle satt den Kohlenhydraten nutzen. Kokosöl würde sich dafür anbieten (unbedingt Bio+nativ) ich kaufe es beim DM. Kokosöl ist eine wahre Wunderwaffe es stärkt das Immunsystem, enthält antibakterielle und antivirale Wirkstoffe die vor Infektionen und Krankheiten schützen.

Falls du Kohlenhydrate fütterst, solltest du täglich eine kleine Menge je nach Hund – 30kg – 1 TL Hanföl, Olivenöl, Kürbiskernöl, oder Kokosöl dazugeben.

Seit einiger Zeit Füttere ich täglich diese Kräutermischung zu, die meinen Hunden sehr gut tut. 1 EL für einen 30kg Hund reicht.

📌 https://www.naturfutterlaedchen.eu/30-Kraeutergarten-150-g

Zusammengefasst: Fleisch & Knochen, Gemüse, Kohlenhydrate, Öl, Kräuter und fertig ist die gesunde Barf Mahlzeit die auf Dauer Medikamente und Tierarztkosten spart. Solltest du noch Fragen haben kontaktiere mich gerne, ich biete auch Ernährungsberatung an.

Morgen geht’s weiter mit Dosen-, Trockenfutter und Leckerli

Wie kann ich meinen Hund Füttern? 1/4

Über die Hundeernährung wird fast so heiß diskutiert wie die Frage an welchen Gott man glauben soll, wenn man bedenkt das es um das Leben und die Gesundheit unseres besten Freundes geht ist das auch nicht mehr weiter verwunderlich. Trotzdem darf jeder Hundehalter die Entscheidung was, wie und wann er füttert für sich und seinen Hund ganz alleine treffen. Da ich in den letzten Jahren viel über dieses Thema gelesen, gelernt und selbst probiert habe, und ich häufig danach gefragt werde, möchte ich euch an meinen Erfahrungen teilhaben lassen. Für die folgenden Links werde ich natürlich nicht bezahlt, ich mache diese Beiträge, weil ich das Bewusstsein der Hundehalter sensibilisieren möchte und nicht um Geld zu verdienen.

Zuerst einmal stellt sich die Frage was ist artgerecht für eine Spezies die seit zwischen 32 000 und 70 000 Jahren vom Menschen domestiziert wurde und enger als jede andere Tierart mit uns zusammenlebt? Alleine das ist schon mal eine Grundsatzfrage auf die es 1000 Antworten gibt, die jeder nur für sich selbst als richtig oder falsch beurteilen kann.

Eine wichtige Frage der sich allerdings jeder stellen sollte ist die nach der Qualität. Das handelsübliches Trocken- wie Dosenfutter das irgendwo, bestenfalls noch in der EU hergestellt wird (was keine Angabe dafür ist wo das Fleisch tatsächlich herkommt, das muss der Hersteller NICHT angeben) und schlechtesten falls Fleisch und Schlachtabfälle aus China und Indien enthält, vollgestopft mit Getreide, chemischen Zusätzen und synthetischen „Vitaminen“ die völlig Wertlos und sogar noch belastend für den Organismus sind, Futter von dem man nicht mal ansatzweise weiß was wirklich drinnen ist, hier ein Beispiel von Royal Canin: Zusammensetzung: Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse, Fisch und Fischnebenerzeugnisse, pflanzliche Nebenerzeugnisse, Getreide, Öle und Fette, Mineralstoffe, Zucker (die geben nicht einmal an wie viel % wovon das Futter enthält und zudem ist es noch immens Teuer!) Zucker hat in Hundenahrung überhaupt nichts zu suchen und wenn nicht einmal die % der Zusammensetzung angegeben werden kann man davon ausgehen, dass das Futter für den Hersteller ein tolles Geschäft mit den Abfällen sämtlicher Schlachthöfe ist, dass solches „Futter“ nicht gesund sein kann, und unsere Hunde auf Dauer krank machen muss, wird jedem einleuchten. Zudem sollte ein Hundefreund auch bedenken das die großen Futtermittelfirmen Versuchslabore für ihre Produkte haben in denen täglich Hunde gequält werden. Der Slogan „wir lieben Hunde“ ist in diesem Kontext eine riesen Frechheit. Ich bin im Laufe der letzten Jahre auf einige Firmen gestoßen die gute bis sehr gute Produkte haben und auch ethisch (für mich) vertretbar sind. Morgen geht’s los mit dem Thema Barfen.

Der Hund muss funktionieren !?

Warum bestehen wir darauf das unser Hund völlig einwandfrei funktionieren muss? Warum glauben wir ihm mit Dressur, Bestechung und Gewalt von seiner Natur trennen zu müssen damit er jedes Kommando sofort und perfekt erfüllt? Warum glauben wir ein eigenständiges Wesen dazu bringen zu müssen ein Soldat zu werden? Zu folgen, immer und ohne aber! Was bringt uns das? Ich wurde mit einer Hündin beschenkt die sich jeglicher Dressur und Bestechung verwehrte, und mich viele meiner Einstellungen hinterfragen ließ. Mit Lenny wurde das Ganze noch einmal intensiver, denn natürlich wollte ich das er so schnell wie möglich ein „normaler“ Hund wird. Und auch er zeigte mir sehr schnell das ich meine Erwartungen an ihn besser vergesse. Worum geht es als Hundehalter eigentlich, und warum leben wir Menschen mit Hunden? Ich glaube wir leben mit ihnen, weil wir in ihnen den loyalsten, ehrlichsten und liebevollsten Gefährten finden. Hunde lieben uns bedingungslos, sie lieben auch unsere Schattenseiten, sie werten nicht, und sie sind uns auch nicht böse, wenn wir mal einen Fehler machen, sie stehen IMMER zu uns. Von welchem Mensch könnte man das schon behaupten? Selbst Hunde die geschlagen werden lieben ihren Menschen über alles. Wir sind ALLES für unsere Fellnasen. Trotz dieser innigen Beziehung die viele Menschen zu ihren Hunden haben ist die Auffassung das der Hund alles mitmachen muss, und funktionieren muss noch sehr weit verbreitet. Wovor haben wir denn solche Angst? Warum glauben wir immer alles unter Kontrolle haben zu müssen? Das wichtigste ist das meine Hunde niemanden gefährden, und gewisse Regeln befolgen: kein jagen, andere Hunde an der Leine sind tabu, fremde Menschen werden weder gestoppt noch angebettelt, wenn ich meine Hunde rufe weil es gerade nötig ist das sie kommen, kommen sie. Fertig. Das ist alles was nach meiner Auffassung nötig ist und funktionieren sollte. Warum sollte ein Hund bei jeder Kreuzung stoppen und sich hinsetzten auch wenn gar nichts kommt? Warum sollte ein Hund die ganze Zeit bei Fuß gehen? Warum sollte er sich hinsetzten bevor er von der Leine gelassen wird? Das sind Regeln die für unsere Hunde, und ich denke auch für uns in Wahrheit keinen Sinn ergeben, warum bestehen wir also darauf? Weil es alle so machen? Weil sich das so gehört? Weil wir das irgendwann mal so gelernt haben? Weil auch wir, vor allem in der Kindheit, sinnlose Regeln befolgen müssen um in der Gesellschaft zurecht zu kommen? Das Zusammenleben zwischen Hund und Mensch kann auch anders funktionieren. Auf natürliche Art und Weise, bei der Hund wie Mensch sein Wesen behalten darf. Oft komme ich zu Menschen die gelernt haben ihr ureigenes Wesen völlig zu verstecken, weil ihnen irgendjemand gesagt hat das man mit einem Hund nur streng und herrisch zurechtkommt, was auf Dauer nicht funktioniert und wenn dann nur weil der Hund Angst hat. Natürliche Hunde fordern immer Echtheit, von ihrem Menschen wie von anderen Hunden. Wir könnten anfangen das als Geschenk zu sehen. Wir können die Zeit des Anpassens hinter uns lassen, und uns von unseren Hunden wieder in unsere eigene Echtheit führen lassen.