Tierschutzhunde aus dem Ausland – ein hoffnungsloser Fall?

Viele Menschen sind der Ansicht das ein Auslandsmischling auch wenn er noch jung ist niemals ein ganz „normaler“ Hund werden wird. Da ich selbst mit einem Mazedonier (Lenny) und einer Auslandsmischung woher auch immer, (Suki wurde in Steyr ausgesetzt somit weiß man nicht woher sie wirklich kommt) lebe kann ich dir schon mal versprechen, dass das nichts weiter als ein hartnäckiges Vorurteil ist. Wenn sich ein Mensch dazu entschließt einen Tierschutzhund aus dem Ausland zu sich zu holen stößt er in seinem Umfeld oft auf schockierte Blicke, „Willst du dir das wirklich antun? Die sind doch alle krank und verhaltensgestört. Denen kann man ja nix beibringen.“ usw… sind Sätze die man häufig zu hören bekommt. Hier die Fakten: Auslandshunde sind meistens super sozialisiert da sie in den Tierheimen sowie Tötungsstationen im Rudelverband leben, sie sind in der Regel sehr gut verträglich mit anderen Hunden und haben früh gelernt Grenzen anzunehmen. „Schwierigkeiten“ machen diese Hunde dann oft in den Hundeschulen, je nach Alter hat der Hund sich sein ursprüngliches Wesen behalten und weiß wer er ist, oft sieht er absolut keinen Sinn dahinter Sitz, Platz und Bleib zu machen was die Trainer und Halter dann glauben lässt das man diesem Hund nichts beibringen kann, in Wirklichkeit sind sie genauso intelligent wie jeder andere Hund vom Züchter nur sind sie oft eigenständiger und sturer wie ein Hund der schon mit 10 Wochen im Welpenkurs parieren musste. Ist der Hund erst einmal „ausgewachsen“ ist er nicht mehr so leicht zu beeinflussen bzw. zu brechen. Das kennen wir von uns Menschen auch, einem Kind kann ich noch viel erzählen, mit einem 18-jährigen halbstarken werde ich mir da schon schwerer tun. Gerade diese ursprünglichen natürlichen Hunde fordern von ihren Menschen einen authentischen natürlichen Umgang, wenn man auf die Kommandos keinen großen Wert legt und einfach mit ihnen redet funktioniert das Zusammenleben meistens ganz hervorragend. Ich habe viele Kunden die Tierschutzhunde haben und auch viele die ihren Hund vom Züchter haben, doch eines ist immer gleich, Themen hat jeder und meistens haben sie mit uns Menschen zu tun. Wenn Du gerne einen Hund aus dem Ausland zu dir nehmen möchtest, dich bis jetzt aber nicht getraut hast, weil die Meinung in der Gesellschaft so ist wie sie ist, lass dir von meinem Beitrag Mut machen, es ist wirklich völlig egal ob ein Auslandshund, ein Hund vom Züchter oder ein Tierheimhund aus Österreich, jeder bekommt den Hund den er braucht, und so etwas wie einen hoffnungslosen Fall gibt es nicht. Ich habe schon so viele Hunde gesehen die unvorstellbares mitgemacht und erlitten haben, alle werden sie wieder „normal“ im Rahmen ihrer Möglichkeiten, wenn man sie begleitet, für sie da ist und ihnen gibt was sie brauchen. Auch die Hunde aus der Secure Base sind super Beispiele dafür wie schnell Hunde Heilung finden, wenn sie beim „richtigen“ Menschen landen.

Im Mai war ich beim Care Day mit dabei und habe viele entzückende Welpen, Jungspunde und ausgewachsene Hunde kennenlernen dürfen. Wer nun Lust hat sich umzuschauen, hier die Fotogalerie von Animal Care Austria. Viel Spaß!

https://www.animalcare-austria.at/de/unsere-tiere/

https://www.animalcare-austria.at/…/proje…/ungarn/care-days/

 

Wann und warum ist ein Hund wirklich aggressiv? Der Mythos „Red Zone“ Hund

Zuerst sollte ein Hundetrainer und/oder Halter nicht darauf aus sein das unerwünschte Verhalten zu korrigieren bzw. abzudrehen, sondern herausfinden was das Verhalten überhaupt auslöst, und welches Motiv dahintersteckt. Hunde reagieren aus den unterschiedlichsten Gründen aggressiv, Angst, Unsicherheit, Frust und Verzweiflung sind nur einige der möglichen Motive. Einen Hund der z.B. wahnsinnig gerne Kontakt zu Artgenossen haben möchte, diesen aber nicht bekommt und deshalb frustig aggressiv reagiert muss ich sonst sein ganzes Leben lang korrigieren, je nach Methode (leider sind sehr viele gewalttätige und auch tierschutzrelevante Methoden in Umlauf) kann das den Hund erst richtig aggressiv werden lassen. Wenn ich einen solchen Hund den Kontakt zu seines gleichen (anfangs unter kontrollierten Bedingungen) wieder erlaube hat sich das Thema „von selbst“ erledigt. Wenn der Hund aus Unsicherheit heraus aggressiv reagiert, so wie mein Lenny das getan hat ist es meine Aufgabe ihm Sicherheit zu geben, sobald er das annehmen kann hat sich das Thema erledigt, was bei Lenny heute nach 6 Monaten schon in 97% aller Fälle funktioniert, und er war ein wirklicher Härtefall, bei den meisten Hunden würde das weit schneller gehen. Was halte ich also von dem Ausdruck „Red Zone“ Hund? Garnix. Kein Hund zeigt sich ohne Grund aggressiv und meistens auch nicht den ganzen Tag, sondern nur in bestimmten Situationen. Den ganzen Hund dann als gefährlich zu bezeichnen passt für mich persönlich nicht. Oft ist die Lösung für aggressives Verhalten unglaublich einfach, in dem ich die Wurzel finde und dem Hund das gebe was er braucht. Schließlich gebe ich meinem Hund auch nicht sein ganzes Leben lang Antibiotika, weil ich nicht weiß welche Krankheit er hat, sondern ich suche mir einen Tierarzt der es herausfindet und dann behandle ich das was er hat. Das „Hundetrainer“ aller Länder, sogar im TV meinen man müsse überaus gefährliche „Red Zone“ Hunde zu Boden drücken, schlagen, physisch und psychisch bedrängen, oder sie mit Würge- und Stromhalsbändern malträtieren und dies dann auch noch damit rechtfertigen das es bei diesem unfassbar gefährlichen Hund gar nicht anders möglich sei ist Unsinn. Der Ausdruck ist für mich nicht mehr als ein Marketinggag um Tierquälerei zu rechtfertigen.

Wer also einen hoffnungslosen „Red Zone“ Hund hat kann auf meine Unterstützung zählen. Ich zeige Dir wie du wieder Vertrauen in dich und deinen Hund bekommen kannst, ganz ohne Gewalt und fragwürdigen Methoden.

„Gewalt beginnt dort wo Wissen endet“ Albert Einstein